Antike Korinthia. Vorwort


Die Idee für die Herausgabe eines Gesamtwerkes der archäologischen Stätten und Denkmäler der Korinthia ergab sich durch die Notwendigkeit, die bestehende Lücke für ein solches Werk in der entsprechenden Literatur zu füllen. Das Ziel war nicht die Publikation eines einfachen Reiseführers, den man am Museumschalter kaufen kann, sondern das Bestreben, die Denkmäler und die Geschichte der Region so darzustellen, dass die herausragende Rolle der Korinthia im Altertum sichtbar wird.

Vom ersten Moment war es außerdem unser Wunsch gewesen, nicht nur ein monumentales Werk (κτῆμα τε ἐς ἀεί) vorzulegen, sondern damit auch den Lesern ein Hilfsmittel zu bieten, die sich um die Entwicklung der Region durch die Herausstellung ihrer antiken Schätze bemühen.

Der Begeisterung für die ursprüngliche Idee folgte meine Sorge um die zügige Fertigstellung des Werkes. Das Verfassen eines Buches, das alle oder doch zumindest die meisten und allerwichtigsten prähistorischen, archaischen, klassischen, hellenistischen und römischen Altertümer der Korinthia enthält, ist nicht einfach, obwohl doch eine reichhaltige Literatur zur Verfügung steht. Neben anderen Hindernissen, war es vor allem die knappe Zeit, die ich für das Schreiben dieses Buches erübrigen konnte, welche das Vorhaben erschwerte. Meine Verpflichtungen als Direktor der 37. Ephorie für Prähistorische und Klassische Altertümer, einer Regionalbehörde des Generalsekretariats für Kultur im Ministerium für Ausbildung, Religion, Kultur und Sport, erlaubten keine gedankenlose Annahme des Vorschlages.

Die Notwendigkeit aber, die korinthischen Altertümer, und mit diesen auch die langjährige Arbeit des griechischen archäologischen Dienstes, darzustellen, hat meine ursprünglichen Hemmungen überwunden und mir zugleich den geeigneten Weg für das Vorhaben gezeigt. Ich entwickelte nämlich die Idee, meine Rolle vornehmlich auf die eines Herausgebers zu beschränken und selbst weniger als Autor zu wirken, zumal ich auf diese Weise jungen und vielversprechenden Archäologen der 37. Ephorie, die sowohl festangestellt sind, als auch nur zeitlich befristete Verträge haben, die Gelegenheit anbieten konnte, ihre Arbeit und ihr schriftstellerisches Können der Öffentlichkeit zu präsentieren. Wir Archäologen fühlen uns dazu verpflichtet, die korinthischen Altertümer an den nächsten Generationen intakt weiterzugeben und zugleich auch unser Wissen der Öffentlichkeit zu vermitteln. An diesem Versuch spielen die neuen Wissenschaftler, die am Verfassen dieses Buches mit Ehrgeiz teilnehmen, eine wesentliche und entscheidende Rolle.

Dieses Buch beabsichtigt, den archäologischen Reichtum der Korinthia auf eine leicht verständliche Weise vorzustellen, so dass dieser Reichtum auch einer breiten, nicht unbedingt spezialisierten Öffentlichkeit zugänglich ist. Die Altertümer sind in zwanzig Abschnitte unterteilt, die schließlich doppelt so viele archäologische Stätten enthalten. Wir bemühten uns, eine geografische Reihenfolge einzuhalten, die an der nördlichen Grenze der Korinthia beginnt, nordöstlich bis zu der Hauptstadt fortsetzt und danach von Osten nach Süden weiterführt, bis sie schließlich ins Zentrum der Region, dort, wo Sikyon liegt, zurückkehrt. Anschließend wird die gebirgige Korinthia vorgestellt und so endet die Übersicht schließlich an der westlichen Grenze der Region, in Eurostine, mit dem Hafen der achäischen Stadt von Aigeira in Mavra Litharia, das in der Antike bereits in Achaia lag, aber heute zur Präfektur Korinthia gehört.

Mavra Litharia ist nicht die einzige archäologische Stätte, die im Altertum nicht zur Korinthia gehörte. Es gibt noch andere, wie z.B. die arkadischen Städte Stymphalos und Pheneos oder das achäische Pellene. Diese Tatsache könnte dazu Anlass geben, den gewählten Titel des Buches „Archaia Korinthia“ in Frage zu stellen, weil dieser die Auswahl der archäologischen Stätten eigentlich auf diejenigen beschränken würde, die auch in der Antike zum Gebiet der Landschaft Korinthia gehört haben. Allerdings hat das Buch das Ziel, das heutige Hoheitsgebiet der Präfektur, welches den Zuständigkeitsbereich der 37. Ephorie für Prähistorische und Klassische Altertümer bildet, vorzustellen. Wir haben uns daher dazu entschlossen, den Titel „Archaia Korinthia“ mit der hier getroffenen Klarstellung beizubehalten.

Der Herausgeber dieses Buches hat nur allgemeine Richtlinien gegeben und nur wenige Korrekturen an den Texten der anderen Verfasser vorgenommen. Ganz bewusst sollte der unterschiedliche schriftstellerische Stil der Verfasser erhalten bleiben. Eine Homogenisierung hätte die Leistung der Einzelnen zu stark vernachlässigt. Wir hoffen, dass diese Entscheidung von den Lesern positiv bewertet wird.

Die Publikation dieses Buches wurde nur durch die Unterstützung des Club Hotel Casino Loutraki, der Präfektur der Korinthia, Gemeinde der Region und Privatunternehmer möglich, die die Kosten gedeckt haben. Ohne ihren Beitrag hätte dieser Versuch nicht verwirklicht werden können und dafür bedanke ich mich bei allen.

Besten Dank schulde ich auch Antonis Stergiotis und dem Verleger Herrn Babis Lengas und seinen Mitarbeitern für die konstruktive Kooperation bei der Vorbereitung, Bearbeitung und Vollendung dieses Buches.

Sowohl die zwölf Archäologen der 37. Ephorie und Verfasser der Texte, G. Giannakopoulos, M. Gkioni, P. Evangeloglou, S. Koursoumis, E. Maragoudaki, V. Papathanasiou, Ch. Pipilou, V. Pliatsika, D. Sarri, V. Tasinos, A. Tsiogas und K. Tsirtsi, als auch die Zeichnerin M. Kalliri, die für die Ausarbeitung, Korrektur und Ausführung der Pläne, Karten und Abbildungen zuständig war, können stolz auf ihr Werk sein. Ich danke ihnen und wünsche mir, dass sie auch zukünftig im griechischen archäologischen Dienst tätig sein werden.



Alt-Korinth, März/November 2012



Konstantinos Kissas